Urich Fleisch & Feines GmbH

NFZ: Der Mann, der gerne anpackt

Das «alte Handwerk» des Metzgerberufs hat Ernst Urich aus Möhlin noch von der Pike auf gelernt. Vor knapp einem Jahr hat er seinen lang ersehnten Traum verwirklicht und sich selbständig gemacht.

Aufgewachsen ist der heute 37-jährige Ernst Urich auf dem Feldhof in Möhlin. Das Leben auf dem Bauernhof hat ihm sehr gefallen. «Als Kind wollte ich immer Bauer werden», erinnert er sich. Die Übernahme kam jedoch nie in Frage, da von Anfang an klar war, dass sein Bruder Rudolf, welcher 17 Jahre älter ist, den Hof übernehmen werde. Obwohl er den Metzgerberuf gelernt hat, ist er mit dem Bauern noch immer sehr verbunden. Noch immer hilft er gerne auf dem Hof seines Bruders, wenn es die Zeit zulässt. «Im Herzen bin ich Metzger, aber trotzdem noch immer ein bisschen Bauer», erklärt er. Die Maschinen, die Tiere, die körperliche Arbeit sind Dinge, die dem Naturburschen aus Möhlin liegen.

Mit dem Metzger-Beruf kam Urich schon früh in Kontakt. Sein Vater war Vieh-Versicherungspräsident. So kam es, dass der kleine Ernst bei Notschlachtungen oft mit seinem Vater mitging. Als es darum ging, eine Lehrstelle zu suchen, hatte Urich Gelegenheit, beim damaligen Freund seiner Schwester Christine, der Metzger war, zu schnuppern. Dort hatte er auch andere Seiten dieses Berufs, wie zum Beispiel die Wursterei und das Zerlegen kennen gelernt. Dies gab den Ausschlag zur Metzgerlehre. Schon in der achten Klasse hatte er eine Lehrstelle bei Bernet in Obermumpf gesichert. Nach der Lehre hat er während zwei Jahren bei der Störmetzgerei Odermatt in Zeiningen «das alte Handwerk» gelernt. Später arbeitete er nochmals bis zum 27. Lebensjahr bei Bernet und wechselte zur Metzgerei Jenzer nach Arlesheim, wo er sich auch mit Partyservice und dem Kochen auseinandersetzte. «Dort lernte ich die Finessen meines Berufs kennen.» Es kam dann auch der Wunsch sich weiterzubilden, und Urich absolvierte die eidgenössische Berufsprüfung. Als stellvertretender Betriebsleiter wechselte er zu Traitafina. Zwischenzeitlich gründete er eine Familie, und die langen Präsenzzeiten sowie der tägliche Weg nach Lenzburg wurden zum Problem. Es kam das Angebot zum Betriebsleiter bei seinem Lehrmeister Bernet, wo er nochmals einige Jahre tätig war. Bald reizte es ihn, sich selbständig zu machen. Der direkte Kundenkontakt fehlte ihm. So kam es, dass er im August 2013 den Schritt zur Selbständigkeit wagte. Unter anderem macht er heute Fleischlieferungen für Anlässe, Partyservice und Schlachtungen für Bauern. «Es war ein guter Schritt», ist Urich überzeugt, der auf dem Bauernbetrieb schon mit der Selbständigkeit aufgewachsen ist.

«Metzgerei-Sterben»

«Pro Jahr schliessen in der Schweiz zwischen 40 und 50 Metzgereien», sagt Urich. Als Hauptgrund sieht er das heutige Einkaufsverhalten. Die Konsumenten möchten alles an einem Ort kaufen und machen ihre Fleischeinkäufe nicht mehr beim Metzger, sondern beim Discounter oder beim Grossverteiler. Nur mit einem «Super-Standort» hat man Chancen als Metzger zu überleben, ist er überzeugt. «Auch die Nähe zur Grenze macht uns in der Schweiz zu schaffen.» Die Schweizer kaufen ihr Fleisch aus Kostengründen im grenznahen Ausland.

Obwohl der Fleischkonsum sich in der Schweiz steigend entwickelt, gibt es Probleme genügend Lehrlinge für den Metzger-Beruf zu finden. Urich führt diese Tatsache vor allem darauf zurück, dass der Beruf körperlich sehr anstrengend ist. Auch ethische Gründe und das «Blut-Klischee» würden vermutlich dazu beitragen, dass dieser Beruf heute kaum mehr gelernt werden möchte. «Schlachten ist nur ein kleiner Teil unseres Berufs», so Urich. Zwischenzeitlich kann man die Ausbildung sogar auch ohne Schlachten machen. Es gibt drei Möglichkeiten der Ausbildung. Nur beim «Fleischgewinner» wird das Schlachten gelernt. Bei der Ausbildung zum «Fleischverwerter» stehen das Zerlegen und die Wursterei im Vordergrund. Der «Fleischveredler» beschäftigt sich zusätzlich noch mit dem Ladenverkauf.

Der Sportler

Schon mit neun Jahren hat Urich mit dem Handball-Spielen beim TV Möhlin begonnen. Er war später nicht von Anfang an Stammspieler in der ersten Mannschaft. «Aus technischer Sicht war ich nie ein guter Handballer. Ich war jedoch nie verletzt und hatte einfach immer einen starken Willen», beschreibt er sich selber. Überhaupt hätte er in seinem Leben viel durch seinen Willen erreicht. «Wenn ich etwas im Kopf habe und etwas will, dann mache ich es einfach.» 2002 hat Urich mit Wasserfahren begonnen. «Mit Godi Wunderlin hatte ich einen guten Lehrmeister. 2004 haben wir an der Schweizermeisterschaft sogar einen Kranz gemacht», blickt er stolz zurück.

Auch ist Urich Mitglied bei den «Meler Galgevögel». Bis vor sechs Jahren hat er aktiv Trompete gespielt. Heute ist er aus zeitlichen Gründen nicht mehr in der Guggemusik, sondern nur noch im Verein und hilft bei der Fasnachtsvorbereitung, beim Wagenbau oder bei Anlässen. «Es ist mir sehr wichtig, dass solche Vereine und Traditionen bestehen bleiben», meint Urich, der mit seinem Dorf stark verbunden ist.

Erholung findet der Mann, der immer gerne anpackt, vor allem bei seiner Familie. Mit seiner Frau Susanne, ihrem Sohn Dominic (20) und den drei gemeinsamen Kindern Nina (7), Nevio (5) und Nayla (4) geniesst er gerne das Familienleben, sei es zu Hause, bei Ausflügen oder in den Skiferien. Gerne ist er auch im Garten, wo er die ganze Umgebungsarbeit selber gemacht hat. «Wenn ich zu Hause körperlich arbeiten kann, ist das für mich auch Erholung. Auch kommen mir beim Heimwerken die besten Ideen und Visionen, denn ich habe noch einige Zukunftspläne.»

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